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Du bist Deutschland

Hendryk M. Broder unterbreitete in seinem Freitagskommentar auf Radio 1 einige Vorschläge für die Weiterführung der “Du bist Deutschland”-Kampagne im Herbst. Darunter z.B.

Du heißt Michael und zahlst keine Steuern in Deutschland. Du bist Deutschland!

Du heißt Norbert und deine Rente ist sicher. Du bist Deutschland!

Weiteres im Audio-Mitschnitt.

Wir sind Deutschland

Miltiadis Oulios kommentiert in der TAZ die aktuelle Einbürgerungsdebatte. Er fasst mit

Die Grundidee der Demokratie ist, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft dieselben und vollen Rechte besitzen. Und zwar dort, wo sie leben.

auch meinen Ansatz von Integration bzw. gesellschaftlichem Zusammenleben gut zusammen. Mit leicht sarkastischem Hinterton meint er

Heute leben etwa anderthalb Millionen Menschen in Deutschland, die hier geboren wurden, aber nicht die vollen Bürgerrechte besitzen. Jeder dritte Einwanderer lebt seit über zwanzig Jahren in der Bundesrepublik – also länger als 17 Millionen Ostdeutsche. Der Unterschied ist: Die neuen Mitbürger aus den neuen Ländern dürfen seit der Wiedervereinigung wählen. Die meisten der alten zugewanderten Mitbürger aus den alten Ländern nicht.

Auch ich, als Neudeutscher ostelbischer Abstammung, benötigte eine geraume Zeit, um in der bundesdeutschen Gesellschaft anzukommen, d.h. das Grundgesetz für mich zu erschließen und anzuerkennen. Deshalb Wahlrecht für alle in der Bundesrepublik Lebenden, ggf. mit einer Stichtagsregelung. Damit jeder, den die Arbeit der Politiker betrifft diese auch Wählen kann bzw. sich wählen lassen kann.

Frei oder nicht Frei, das ist hier die Frage …

Mit der aktuellen Diskussion um die Meinungsfreiheit und der Realität in den deutschen Medien setzt sich Daniela Dahn im Freitag auseinander.

Derzeit wird das angebliche Zurückweichen der freien Presse vor dem Islam lautstark beklagt, während ihr viel folgenschwereres Zurückweichen vor dem Kapital seit Jahren klaglos hingenommen wird. Das verrät eine Betriebsblindheit, die schon an Fahrlässigkeit grenzt. Wenn der Westen ernsthaft glaubt, die Pressefreiheit in Europa hinge davon ab, ob man dem Tabu des islamischen Bilderverbots widerstehen könne, so hat er noch ein gutes Stück Aufklärung vor sich.

Sie diskutiert insbesondere die Selbstzensur der Medien, aber nicht etwa aus Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen, nein auf die Interessen der inserierenden Wirtschaftsunternehmen. Und diese Zensur ist meiner Meinung nach die gefährlichere.

Hingewiesen wurde ich auf diesen Artikel bei Curious Creatures.